Grussworte

Grußworte Wien (11)

Dr. Christoph Kardinal Schönborn
Erzbischof von Wien

Nach zwei Jahren der Pandemie können wir endlich – hoffentlich ohne Sorgen – unsere Kirchen wieder öffnen und viele Menschen bei der "Langen Nacht der Kirchen" am 10. Juni willkommen heißen.>

Die Lange Nacht der Kirchen ist heuer doppelt geprägt von den Ereignissen dieser Tage. Einerseits das ersehnte Ende der Pandemie, wo viele Menschen noch Sorge und Angst um die Gesundheit haben, und andererseits der Krieg vor der Haustüre, in der Ukraine.

Unsere offenen Kirchentüren können hier eine Botschaft vermitteln, dass das Vertrauen auf das Evangelium Ängste abbauen kann. Viele Sorgen beschäftigen uns, da ist die Umwelt, die Angst vor neuen Krankheiten oder vor einem neuen Flüchtlingsstrom aus der Ukraine.

Eine geöffnete Kirchentür lädt besonders zum Gebet ein, in dem der Betende still wird, wie es der Philosoph Søren Kierkegaard (1813–1855) formulierte: "Beten heißt nicht sich selbst reden hören, beten heißt stille werden und stille sein und harren bis der Betende Gott hört."

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern der Kirchen das Erleben von Frieden und die Erfahrung der Stille, um neue Kraft zu schöpfen und gemeinsam mit den Anderen im Leben die Herausforderungen der Zukunft annehmen zu können.