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Die Lange Nacht der drei Kirchen
18:00 – 20:00

Von Fundamenten & Pfefferbüchseln: Entdecken Sie zur „Langen Nacht der Kirchen“ die 1200-jährige Sakralgeschichte von Leithaprodersdorf! Begleiten Sie uns auf einer Zeitreise von den verborgenen Mauerresten aus dem 9. Jh. über die wehrhafte mittelalterliche Bergkirche (das heutige Wahrzeichen) bis zur barocken Pfarrkirche Maria Magdalena. Kirchengeschichte lebendig erzählt!

Archäologie trifft Kirchengeschichte: Die drei Sakralbauten von Leithaprodersdorf

Was Sie bei diesem Programmpunkt erwartet:
Leithaprodersdorf ist nicht nur die älteste urkundlich erwähnte Gemeinde des Burgenlandes (833 n. Chr. als „Lithaha“ benannt), sondern auch ein Ort mit einer außergewöhnlichen kirchengeschichtlichen Kontinuität. Im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen begeben wir uns auf eine historische Spurensuche, die uns durch drei Epochen, Kriege, Zerstörung und Wiederaufbau führt. Wir beleuchten das architektonische Erbe dreier Kirchengenerationen, die die stürmische Geschichte unserer Region widerspiegeln.

Hintergrundinformationen zu den drei Stationen unserer Zeitreise:

1. Das Geheimnis im Boden: Die karolingische Kirche (9. Jahrhundert)
Lange Zeit lag sie im Dunkeln der Geschichte verborgen, doch archäologische Grabungen auf dem Gaisbühel brachten eine Sensation ans Licht: die Fundamente einer frühmittelalterlichen Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Diese Anlage, die möglicherweise in Verbindung mit einem frühen Kloster stand, beweist eine lebendige christliche Gemeinde genau zu jener Zeit, als Leithaprodersdorf durch König Ludwig den Deutschen erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die archäologischen Befunde deuten darauf hin, dass dieser Bau nicht lange bestand – ein stummes Zeugnis der unruhigen Völkerwanderungs- und Umbruchszeit.

2. Schutzburg und Wahrzeichen: Die Bergkirche St. Stephanus (11./12. Jahrhundert)
Auf den alten Fundamenten erhob sich im Hochmittelalter eine wehrhafte romanisch-gotische Pfarrkirche. In Zeiten ständiger Bedrohung – wie etwa durch ungarische Einfälle im Jahr 1252 – diente sie der Bevölkerung als rettende Zuflucht. Das Ende dieses stolzen Baus kam mit dem Türkensturm 1683, bei dem die Kirche fast völlig zerstört wurde.

Das „Pfefferbüchsel“: Übrig blieb nur der massive Chorturm. Im 19. Jahrhundert erhielt er sein markantes Pyramidendach, das ihm den liebevollen Spitznamen „Pfefferbüchsel“ einbrachte. Heute ist der zur Kapelle umgebaute Turm das Wahrzeichen der Gemeinde. Ein besonderes Highlight im Inneren: 1975 wurden hier wertvolle gotische Fresken freigelegt, die wir im Rahmen der Veranstaltung thematisieren.

3. Der Neuanfang im Tal: Die Pfarrkirche Maria Magdalena
Nach der Zerstörung der Bergkirche verlagerte sich das spirituelle Zentrum endgültig in die Mitte des Dorfes. Hier stand bereits eine Kapelle, die jedoch die Ereignisse von 1683 ebenfalls nicht unbeschadet überstand. Aus den Ruinen erhob sich 1696 die heutige Pfarrkirche Maria Magdalena – eine prachtvolle barocke Saalkirche. Mit ihrem viergeschossigen Westturm, dem beeindruckenden Tonnengewölbe und dem barocken Hochaltar bildet sie den architektonischen Schlusspunkt unserer Zeitreise und steht für den unbändigen Willen der Gemeinde zum Wiederaufbau.

Ein Abend für Geschichts- und Kulturbegeisterte:
Erfahren Sie, wie archäologische Ausgrabungen und erhaltene Bauwerke ein faszinierendes Gesamtbild ergeben. Wir laden Sie ein, die Steine unserer Kirchen zum Sprechen zu bringen und tief in die Wurzeln des Burgenlandes einzutauchen!



Pfarrkirche zur hl. Magdalena, Leithaprodersdorf roem.-kath.



Website: www.pfarre-leithaprodersdorf.at

Adresse: Hauptstraße, 2443 Leithaprodersdorf
Anfahrt: A 3 und B 16 (ca. 7 km von Hornstein entfernt).

Die ehemalige Kapelle wurde um 1650 erweitert und um 1680 neu errichtet. 1683 fiel sie im Zuge der Türkenkriege einem Brand zum Opfer und wurde 1696 erneuert. 1972–1974 renoviert. Eine weitere Kirche in Leithaprodersdorf ist die ehemalige mittelalterliche Pfarrkirche zum hl. Stephan südwestlich des Ortes am „Berg“ errichtet – sie wird heute Bergkirche oder auch Pfefferbüchsel genannt.

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18:00–20:00 Die Lange Nacht der drei Kirchen