Dr. Ägidius Zsifkovics, Bischof von Eisenstadt

Die „Lange Nacht der Kirchen“ ist etwas Besonderes!

Üblicherweise besuchen nächtlings Fledermäuse, Turmfalken, Kirchenmäuse unsere Kirchen. Es gibt zwei besondere Nächte, in denen die Kirchen behaust sind: die Osternacht und die Heilige Nacht zu Weihnachten. Die Lange Nacht hält unsere Kirchenräume über die gewohnte Zeit des Tages offen. Türme, Grüfte, Sakristeien, Museen, Statuen, Bilder, Altäre und Orgeln, Kerzen, Stille, Schweigen, Psalmen, Lyrik, die Bibel, der Gesang, die Musik und das Stammeln beginnen zu leben. Die Vielfalt dieser Nacht ist grenzenlos.

Und zudem: die Nachtschwärmer brauchen keinen kirchlichen Standesausweis, keinen Frömmigkeitsnachweis, es werden auch keine Eintrittsgebühren abgezockt. Die Lange Nacht ist eine Visitenkarte für das, wofür unsere Gotteshäuser erbaut wurden: eine unaufdringliche Einladung an alle. Diese Nacht wird durchlässig für die Kirchenfremden, Kirchenkritischen und Kirchenträumer, auch für die Frommen. Für jede und jeden ist etwas dabei. Der Duft des Weihrauchs, dass Nass des Weihwassers, das Kerzenlicht, der Klang der Glocken und Orgeln, das Gold der Altäre, die Heiligen mit ihren Attributen und die vielen nackten Engeln können alle Sinne beleben. Die Lange Nacht ist nicht die Zeit des Zerredens, sondern eine Zeit des Erlebens. Außerdem: Gott schaut zu, er freut sich mit uns, er lächelt, er ermutigt zum Leben und schenkt Hoffnung, ohne die Glaube und Liebe verflachen.

Jedes Gotteshaus, jede Kirche, jede Kapelle ist Gottes Haus, Er ist der Einladende und der Gastgeber. Ich bin überzeugt, er ist ein guter Gastgeber mit offenen Armen. Er ist Gegenwart im Tabernakel und Sakramentshäuschen.

 

Was würde fehlen, wenn die Gotteshäuser nicht sein würden, wenn die Kirchtürme nicht über die Niedrigungen des Alltags hinausweisen würden, wenn die Kirchen nur mehr leere denkmalgeschützte Gebäude ohne Menschen, ohne Begegnung wären? Und was würde sein, wenn es diese Bauten und Kunstwerke nicht gäbe, die immer die Größe der Menschen erahnen lassen?

Die Kirchenportale sind groß, die Kirchenschwellen ausgetreten, die Fresken und Altarblätter mutig, die Luft in den großen Räumen von hoher Qualität, die alten Kirchenbänke oft eng und unbequem – und trotz allem ein kleines Stück Himmel, den Gott uns nicht vorenthalten möchte.

 

Kommen Sie, erleben Sie diese Nacht und freuen Sie sich, dass jedes Gotteshaus auch Ihr Zuhause ist!

 

+ Ägidius

Bischof von Eisenstadt

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Dr. Ägidius Zsifkovics, Bischof von Eisenstadt
Die „Lange Nacht der Kirchen“ ist etwas Besonderes! Üblicherweise besuchen nächtlings Fledermäuse, Turmfalken, Kirchenmäuse unsere Kirchen. Es gibt zwei besondere Nächte, in denen die Kirchen behaust sind: die Osternacht und die Heilige Nacht zu Weihnachten. Die Lange Nacht hält unsere Kirchenräume über die gewohnte Zeit des Tages offen. Türme, Grüfte, Sakristeien, Museen, Statuen, Bilder, Altäre und Orgeln, Kerzen, Stille, Schweigen, Psalmen, Lyrik, die Bibel, der Gesang, die Musik und das Stammeln beginnen zu leben. Die Vielfalt dieser Nacht ist grenzenlos. Und zudem: die Nachtschwärmer brauchen keinen kirchlichen Standesausweis, keinen Frömmigkeitsnachweis, es werden auch keine Eintrittsgebühren abgezockt. Die Lange Nacht ist eine Visitenkarte für das, wofür unsere Gotteshäuser erbaut wurden: eine unaufdringliche Einladung an alle. Diese Nacht wird durchlässig für die Kirchenfremden, Kirchenkritischen und Kirchenträumer, auch für die Frommen. Für jede und jeden ist etwas dabei. Der Duft des Weihrauchs, dass Nass des Weihwassers, das Kerzenlicht, der Klang der Glocken und Orgeln, das Gold der Altäre, die Heiligen mit ihren Attributen und die vielen nackten Engeln können alle Sinne beleben. Die Lange Nacht ist nicht die Zeit des Zerredens, sondern eine Zeit des Erlebens. Außerdem: Gott schaut zu, er freut sich mit uns, er lächelt, er ermutigt zum Leben und schenkt Hoffnung, ohne die Glaube und Liebe verflachen. Jedes Gotteshaus, jede Kirche, jede Kapelle ist Gottes Haus, Er ist der Einladende und der Gastgeber. Ich bin überzeugt, er ist ein guter Gastgeber mit offenen Armen. Er ist Gegenwart im Tabernakel und Sakramentshäuschen.   Was würde fehlen, wenn die Gotteshäuser nicht sein würden, wenn die Kirchtürme nicht über die Niedrigungen des Alltags hinausweisen würden, wenn die Kirchen nur mehr leere denkmalgeschützte Gebäude ohne Menschen, ohne Begegnung wären? Und was würde sein, wenn es diese Bauten und Kunstwerke nicht gäbe, die immer die Größe der Menschen erahnen lassen? Die Kirchenportale sind groß, die Kirchenschwellen ausgetreten, die Fresken und Altarblätter mutig, die Luft in den großen Räumen von hoher Qualität, die alten Kirchenbänke oft eng und unbequem – und trotz allem ein kleines Stück Himmel, den Gott uns nicht vorenthalten möchte.   Kommen Sie, erleben Sie diese Nacht und freuen Sie sich, dass jedes Gotteshaus auch Ihr Zuhause ist!   + Ägidius Bischof von Eisenstadt