Kirchengebäude haben viel zu erzählen. Der Name einer Kirche ist mit Bedacht gewählt worden, die Baustile zeugen vom jeweiligen Kirchenverständnis und Ausdruck der Frömmigkeit. Sehr oft geben Kirchen auch Aufschluss über Herkunft, Zusammensetzung, manchmal auch über die beruflichen Schwerpunkte der Gemeindemitglieder, über Auseinandersetzungen zwischen den christlichen Konfessionen in Reformation und Gegenreformation, über das Verhältnis der Kirchen zur politischen Wirklichkeit.
Meistens sind die Kirchen auch die ältesten begehbaren, gepflegten und genutzten Baulichkeiten, oft steingewordenes Gedächtnis unserer Städte und Dörfer – zu Recht denkmalgeschützt. Aber auch das ist zu erkennen: in unserem Land sind sie – Gott sei Dank - nicht Museen, sondern mit hohem finanziellen Aufwand der Gläubigen, mit Sorgfalt und Liebe gepflegte Zeichen der jeweiligen Gemeinde - der Kirche aus lebendigen Steinen.
Wir laden in der Langen Nacht der Kirchen ein, diese Erzählungen zu entdecken, die Freuden und Hoffnungen, Sorgen und Ängste unserer Vorfahren, derer also, die diese Kirchen errichtet haben, kennenzulernen – und damit auch etwas über unseren eigenen Glauben und unsere persönliche Geschichte zu erfahren.
(red)