"Wir zeigen unsere Schätze und teilen sie"

Lange Nacht der Kirchen in St. Pölten.

"Wir zeigen unsere Schätze und teilen sie"

"In dieser Nacht schweigen die Christen nicht - ganz im Gegenteil", sagte der evangelische Superintendent Paul Weiland beim Eröffnungsgottesdienst zur "Langen Nacht der Kirchen" in der altkatholischen Pfarrkirche in St. Pölten. "Wir zeigen unsere Schätze und teilen sie, damit die Menschen, die etwas ferner stehen, wieder mit der Kirche in Kontakt treten können. Gemeinsam mit Weiland standen der St. Pöltner Ordinariatskanzler Gottfried Auer, der methodistische Superintendent Lothar Pöll, die evangelische Pfarrerin Baukje Leitner Pijl und der altkatholische Pfarrer Robert Freihsl der ökumenischen Feier vor.

"Ziel der Ökumene kann es nur sein, Brücken zwischen den Konfessionen und den Menschen zu schlagen", betonte Pfarrer Freihsl. Kanzler Auer ergänzte, dass auch die "Lange Nacht der Kirchen" ein Stück diese Brücke sei, wo Christen einander begegnen und kennen lernen könnten. "Wir wollen aber auch vieles denjenigen Menschen zeigen, die sich mit der Kirche nicht so leicht tun", so Auer. Die Erfahrung der letzten Jahre habe gezeigt, "dass diese Geste gerne angenommen wird".

Die Verkündigung des Evangeliums könne auf vielfältige Weise "aktuell und spannend" sein, sagte Superintendent Weiland in seiner Predigt. Die "Lange Nacht" solle einerseits darauf aufmerksam machen "was in den Kirchen geschieht und was eigentlich zählt". Andererseits gelte es "singend und betend als Fürsprecher vor Gott hinzutreten". So stehe die "Lange Nacht" in der Tradition der Sendung der Kirche zu den Menschen, da "wir nicht schweigen können  über das, was wir gesehen und gehört haben".

Es sei der Auftrag der Christen, zu den Menschen zu gehen und mitzuhelfen, sie zu befreien von allem, was sie bedrückt und bedrängt, betonte Weiland, und ihnen zu zeigen "wo sie das Brot des Lebens finden". Der Geist wehe zwar wo er wolle, so könne man den Wind nicht bestimmen, so Weiland, "aber man kann die Segel setzen, um ihn einzufangen". Dazu lade die "Lange Nacht" ein, "damit wir in Fahrt kommen und als Christen hinaus gehen als Zeugen unseres Glaubens".

Die "Lange Nacht" als Weitwanderweg

Man könne die "Lange Nacht der Kirchen" als Weitwanderweg anlegen, sagte der altkatholische Pfarrer Robert Freihsl beim Eröffnungsgottesdienst in St. Pölten, da es "von Lilienfeld bis Waidhofen an der Thaya" zahlreiche Veranstaltungen gebe. Der Bogen des Programms spanne sich von Gottesdiensten und Gebeten über soziale Themen und Diskussionen bis zu Künstlerischem. Dazwschen gebe es auch Orte der Entspannung und der Stärkung. So sei die "Lange Nacht" ein "spannendes Kaleidoskop", das ein "buntes Bild der Kirche zeige", so Freihsl. Nach den ersten Stunden verzeichneten die Veranstalter einen Anstieg der Besucherinnen und Besucher gegenüber den Zahlen vom Vorjahr.

(red)

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