| Pressekonferenz - 25. Mai 2009 | |||
| Statements und Pressebilder der Pressekonferenz zur fünften "Langen Nacht der Kirchen" in Wien. Um die Bilder downzuloaden, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Bild und wählen im Menü "Ziel speichern unter" bzw. "Save target as". |
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Die Lange Nacht der Kirchen ist ein spürbares Miteinander in der ÖkumenePrälat Karl Rühringer Ökumene heißt, dass es den ganzen Erdkreis betrifft
Mag. Hansjörg Lein
In dieser Langen Nacht der Kirchen wird es auch internationale Angebote geben, es werden Veranstaltungen in anderen Sprachen stattfinden für Menschen in dieser Stadt, die ja wirklich ein Schmelztiegel ist von verschiedenen Kulturen und Religionen und Kirchen. Ökumene lebt in Wien! Ökumene heißt ja wirklich, dass es den ganzen Erdkreis betrifft. In Österreich sind wir vielleicht versucht, unter Ökumene immer nur zu verstehen, das Gespräch und der Kontakt zwischen römisch-katholisch und evangelisch. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass wir hier heute zu Gast sind in der griechisch-orthodoxen Kirche. Ökumene umfasst alle Kirchen und die Lange Nacht der Kirchen ist auch eine Veranstaltung von Anfang an von allen 14 Kirchen, die im Ökumenischen Rat der Kirchen Mitglieder sind. Ja, Ökumene heißt, wir sind alle getauft auf den Namen Jesu Christi und wir geben gemeinsames Zeugnis für diese Welt und wir leben ja in dieser Welt. Aber wenn wir so durch die Stadt gehen bemerken wir ja, wie schwierig teilweise in Vorwahlkämpfen das Zusammenleben ist und wie leider auch Hass geschürt wird anstatt Nächstenliebe gepredigt wird. Ökumene heißt - und das wird auch in dieser Langen Nacht zum Ausdruck gebracht: gemeinsam beten, gemeinsam loben und preisen, gemeinsam Liturgie feiern. Nicht nur jene, die das sowieso regelmäßig tun, sondern eingeladen sind ganz besonders die, die nicht so leicht über die Schwelle einer Kirche hineinkommen. Gemeinsam die Bibel lesen, gemeinsam die Bibel interpretieren, gemeinsam nach Orientierung suchen im Diskurs mit den Fragen und den Menschen unserer Zeit. Ich denke, dass die Kirchen gerade in Zeiten der Krise ein Ort des Haltes und der Geborgenheit sein müssen und sie das auch gerne sind. Die Lange Nacht der Kirchen ist eine gute Gelegenheit, sich mit den Fragen unserer Zeit zu beschäftigen, sich damit auseinanderzusetzen. In Wien haben wir eine gute Nachbarschaft. Es ist schön, dass es am Ende des Programmheftes einen Index gibt und dort als erstes als Überschrift zu lesen ist: Ökumenische Veranstaltungen. Gute, gewachsene Nachbarschaft wird in dieser Nacht gepflegt und vertieft, Freunde, Freundinnen werden eingeladen, man feiert gemeinsam und es ist auch möglich sich wieder neu kennenzulernen oder überhaupt jemand neu kennenzulernen. An ein paar Beispielen möchte ich noch sagen, wo diese Ökumene auch wirklich interessant ist für Leute die nicht in eine Kirche hineingehen wollen. Es gibt z. B. die Möglichkeit, die Gefängnisseelsorge kennenzulernen. In der Haftanstalt in der Josefstadt, wo die Anstaltsleiterin selbst, Hofrätin Pigel, zum Gespräch da sein wird. Das heißt, hier sind wir wirklich in den Institutionen seelsorgerlich tätig, auch in den Krankenhäusern und das wird sehr geschätzt von der Gesellschaft. Die beiden evangelischen und theologischen Fakultäten in Wien in der Schenkenstraße werden auch in dieser Nacht wieder gemeinsam veranstalten. Im Programm ist hier einiges doch erwähnenswert würde ich sagen: Wer studiert heute noch Theologie? Eine Frage, die sich vielleicht viele stellen und sie wird an diesem Abend beantwortet. Das Priesteramt aus religionswissenschaftlicher Perspektive, bei welchem Amt trennen sich die Wege? Wir wollen ja auch nicht verschweigen, die uns nach wie vor trennen. Es ist ja auch durchaus sinnvoll, das zu diskutieren. Ich freue mich schon auf diese Lange Nacht der Kirchen. Ich werde auch selbst wieder den ganzen Abend in einer Pfarrgemeinde verbringen, weil dort ein Jubiläum gefeiert wird und ich finde es schön, dass dann kurz vor Mitternacht eine katholische Pfarre einen Fackelzug veranstalten wird zu einer evangelischen Gemeinde und wir wirklich um Mitternacht ökumenisch feiern werden. Zum Schluss vielleicht noch einmal die Betonung: Kirchen sind Orte des Lebens und der Lebensfreude mit allen Sinnen. Auch das passt wieder zu Pfingsten dazu. Wir sind nicht vergeistigte Wesen sondern wir sind geistige, geistliche aber auch leibliche Menschen und das wird in dieser Nacht sicherlich gut zum Ausdruck kommen. Wir laden alle ganz herzlich ein, vielleicht auch zum ersten Mal, sich an dieser Langen Nacht der Kirchen zu beteiligen.Lange Nacht ist eine Frucht der ökumensichen ZusammenarbeitMetropolit Erzbischof Dr. Michael Staikos Ich habe das Projekt "Lange Nacht der Kirchen" von Anfang an begleitet und war anfangs sehr skeptisch. Aber nach dem ersten Mal habe ich festgestellt, dass es eine große Bereicherung ist für uns, für unsere Gemeinde, für die Orthodoxie und alle anderen Kirchen in den Bundesländern. Es ist eine Bereicherung aus der Begegnung. Die Menschen, die in der Langen Nacht der Kirchen kamen, stellten viele Fragen, von naiven Fragen bis motivierten Fragen. Hier sehe ich die Aufgabe der Ökumene: Zu sagen was die Menschen wissen wollen und was wir ihnen anbieten können. Die Lange Nacht ist keine
Idee, die einfach gekommen ist, sondern es ist eine Frucht der ökumenischen
Zusammenarbeit in Österreich. Alle Programmpunkte sind von den Pfarren und
Kirchen, von der Basis und nicht von oben vorgegeben. Im Programmheft sind die Grußworte aller Kirchen enthalten. Viele haben sich gemeldet, nicht nur von den großen Kirchen, sondern auch von den kleineren Kirchen. Mitten darunter ist auch Kardinal Schönborn. Glauben Sie, dass in einem anderen Land mit katholischer Mehrheit möglich wäre, oder in einem orthodoxen Land, dass das orthodoxe Oberhaupt mitten unter anderen erscheint? Das kann nur in Österreich sein. Ich bin sehr froh darüber, dass es in Österreich so ist. Es ist nicht ein Zeichen der Bescheidenheit der katholischen Kirchen, sondern ein Zeichen des Vertrauens der katholischen Kirche uns gegenüber, das uns durch die lange Zusammenarbeit geschenkt wird. Darin sehe ich die Bereicherung und Erfahrung und die größte Wichtigkeit des Projektes. Ich danke der Erzdiözese Wien,
denn die gesamte Infrastruktur zum Projekt stellt die katholische Kirche zur
Verfügung. Ohne die ökumenische Bereitschaft wäre es nicht möglich, so ein
Projekt durchzuführen. Wir müssen gerade heute den Menschen zeigen, was sie sehen wollen: Christus. Wir leben in einer Zeit, in einer Gesellschaft und einer Welt, wo die Konfession zwar wichtig ist, aber in erster Linie der gemeinsame christliche Glaube aufgrund der gemeinsamen Taufe präsentiert wird. (red) |
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