Presse
Lange Nacht der Kirchen 2008 - Eine Erfolgsgeschichte
Presseaussendung zur Langen Nacht der Kirchen 2008 vom Bodensee zum Neusiedlersee.

275.000 Besucher bei der "Langen Nacht der Kirchen"

Rund 275.000 Menschen - davon mehr als 120.000 alleine in Wien - haben nach ersten Schätzungen der Veranstalter am Freitagabend die "Lange Nacht der Kirchen" besucht. Bundesweit standen 570 Kirchen zwischen 18 Uhr und 1 Uhr früh offen und begeisterten die Besucherinnen und Besucher mit unterschiedlichsten Programmpunkten spiritueller, musikalischer und kultureller Art. Insgesamt wurden rund 3.000 Einzelveranstaltungen bei freiem Eintritt angeboten und eifrig besucht. Die "Lange Nacht der Kirchen" - ein gemeinsames Projekt aller 14 christlichen Glaubensgemeinschaften des Landes - war in diesem Jahr zum ersten Mal in allen österreichischen Diözesen veranstaltet worden (www.langenachtderkirchen.at).

Besuchermagnet Nummer eins der "Langen Nacht der Kirchen" in Wien war einmal mehr der Stephansdom. Mehr als 40.000 Menschen bestaunten im Lauf des Abends die spektakuläre Lichtinstallation des deutschen Künstlers Stefan Knor. Auf den Schwingen einer 90 Meter langen Engelsskulptur, die sich durch das ganze Hauptschiff der Kathedrale zog, wurden überdimensionale Porträtfotos unterschiedlicher Menschen projiziert. Die Bilder sollten zum Ausdruck kommen, dass jeder Mensch für andere zum Boten Gottes und damit zu einem Engel werden kann.

Vor dem weit geöffneten Riesentor des Domes, durch das pausenlos die Menschenmassen strömten, berichtete Dompfarrer Toni Faber am Abend in einer ersten Reaktion gegenüber "Kathpress" von den begeisterten Reaktionen der tausenden Kirchenbesucher. "So habe ich den Dom noch nie erlebt", sei der ausschließlich positive Tenor, Kritik an der modernen Installation gebe es keine: "Wir verstellen mit der Installation nichts, sondern bringen mit modernen Methoden wieder neue Facetten unseres Stephansdoms hervor", freute sich der Wiener Dompfarrer Toni Faber.

Eine lange Schlange bildete sich bis spät in der Nacht auch unter dem Südturm des Domes, wo hunderte Besucher die 343 Stufen zur Türmerstube im 136 Meter "Steffl" hinaufstiegen. Über 400 Jahre lang (bis 1955) haben dort die Türmer als Feuerwachen Ausschau nach eventuellen Bränden in der Stadt gehalten. Die Besucher in der "Langen Nacht der Kirchen" konnten sich auf den Genuss des tollen Panoramas über das nächtliche Wien beschränken.

Start mit stadtweitem Glockengeläut

Mit einem zehnminütigen Glockengeläut um 17.50 Uhr war die "Lange Nacht der Kirchen" in der Bundeshauptstadt begonnen worden. An der ökumenischen Eröffnungsvesper in der Schottenkirche nahmen Vertreter aller christlichen Kirchen, allen voran Weihbischof Helmut Krätzl, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der evangelisch-lutherische Superintendent Lein sowie "Lange Nacht"-Initiator  Prälat Karl Rühringer - er ist katholischer Bischofsvikar für die Stadt Wien - teil.

In ganz Wien konnten die "Lange Nacht der Kirchen"-Besucher insgesamt 172 offene Gotteshäuser besuchen. 1.000 Programmangeboten standen zur Wahl. Ein unerwarteter Höhepunkt in Wien war die Diskussion in der Franziskanerkirche, die an diesem Abend als "Kirche für Ausgetretene" gestaltete wurde, der sich Kardinal Christoph Schönborn auf seinem Rundgang in der City stellte.

Besondern Anklang fanden jene Orte, die für Kirchenbesucher normalerweise nicht zugänglich sind wie Kirchtürme, Krypten und Klostergänge. Als Juwel barocker Kirchenbaukunst, das nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird, stand etwa die "Bernardikapelle" im Heiligenkreuzerhof den ganzen Abend lang offen. Abt Gregor Henckel-Donnersmarck und die Mönche des Stiftes Heiligenkreuz führten im Halbstundentakt durch das barocke Juwel in der Wiener Innenstadt. Vor der Bernardikapelle boten die Zisterzienser ihren Klosterwein, Heiligenkreuzer Wildschweinwürstel und weitere Schmankerl zur Stärkung für die Besucher der Kirchennacht an. Außerdem gab es einen Rückblick auf den Besuch Papst Benedikts XVI. im Stift Heiligenkreuz.

"Pope town!" war auch in der Kirche "Zu den Neun Chören der Engel" Am Hof angesagt: Zahlreiche kleine und große "Lange Nacht"-Besucher konnten jenen Stuhl besichtigen, auf dem Benedikt XVI. am 7. September 2007 gesessen hatte. Eine kleine Foto-Ausstellung zeigte Schnappschüsse vom Papstbsuch "Am Hof".

Fußball nicht nur im Happel-Stadion

Und auch der Fußball war am Abend in Graz ein Thema wo Österreichs EM-Kicker die Nationalmannschaft von Malta klar mit 5:1 besiegten. Die Reformierte Stadtkirche lud ab 21 Uhr zum Fußballkino in ihr Gotteshaus in der Innenstadt ein und präsentierte elf Kurzfilme aus Österreich und der Schweiz zum Mythos rund um die "wichtigste Wuchtel der Welt".

Auch das Gedenkjahr 1938 war Thema in der "Langen Nacht der Kirchen". Unter dem Titel "Vergesst uns nicht" wurden in der Minoritenkirche in Gestapo-Gefängnissen und KZ-Lagern entstandene Lieder und die "Mauthausen-Kantate" von Mikis Theodorakis von "musica viva", dem Chor der Pfarre Mauthausen, dargeboten. Karten und Briefe aus dem Konzentrationslager Theresienstadt erinnerten an jüdische Wiener Bürger, die von der Todesmaschinerie der Nazis erfasst worden waren.


Salzburg: Lange Nacht der Kirchen wurde zur Schatzsuche

10.000 entdecken in den Salzburger Kirchen die verschiedensten Schätze.

Sie wurde wirklich zur Schatzsuche, die zweite Lange Nacht der Kirchen in Salzburg. Dass sich diesmal doppelt so viele Kirchen wie 2007, nämlich 24, für BesucherInnen öffneten, hat sich gelohnt: Rund 10.000 Menschen, wahre Prozessionen von Jung und Alt, waren zwischen den Gotteshäusern unterwegs. Es ist eine Nacht, um hinter so manche Geheimnisse zu kommen, sagte die evang. Superintendentin Luise Müller bei der Vesper zum Auftakt. Ein Supererfolg für die Salzburger Kirchen, freut sich Koordinator Fr. Virgil Steindlmüller OSB. Dort, wo vor 60 Jahren der ökumenische Arbeitskreis in Salzburg gegründet worden war, nämlich in der evang. Christuskirche, eröffneten mit der Superintendentin der evang. Pfarrer Tillmann Knopf, Martin Eisenbraun von der Altkatholischen Kirche, Esther Handschin von der Evangelisch-methodistischen Kirche, Dimitri Viezianiu von der Rumänisch-Orthodoxen Kirche und Prälat Balthasar Sieberer von der Kath. Kirche in einer ökumenischen Vesper diese Nacht. Martin Eisenbraun: Wir zeigen heute die Schätze unserer Bekenntnisse her. Der altkatholische Pfarrer wies auf den guten Geist der Ökumene hin, der die Salzburger Kirchen leitet. Wer will, kann die Sprache der Schöpfung in unseren Kirchen hören, sagte Superintendentin Luise Müller in der Vesper. Sie wünschte allen Menschen, die in der Langen Nacht der Kirchen unterwegs sind, gute Erfahrungen und Möglichkeiten, Gott zu entdecken. Prälat Sieberer dankte allen, die die Lange Nacht vorbereitet und organisiert hatten. Mit Liedern und einem Psalm gestaltete ein ökumenisch bunt zusammengesetzter Chor die Feier zum Auftakt mit. Großes Gedränge herrschte vor allem bei und in den Kirchen der Altstadt. Aus 870 Kerzen war im Dom ein Lichterlabyrinth aufgebaut, dazu gab es ansprechende Texte und Musik, die zum Verweilen einluden. Zahlreiche Interessenten kamen zur Christuskirche, um den Turm zu besteigen. Der Kuchler Bildhauer Prof. Josef Zenzmaier erläuterte in der Kapelle der Franziskanerinnen seinen Hintergrund zum Bronzechristus, den er vor 25 Jahren angefertigt hatte. Ein Ballungszentrum der Langen Nacht der Kirchen war das Erzstift St. Peter. In der Stiftskirche, den Katakomben und im Romanischen Saal wurde den Besuchern mit Kultur, Lesungen, Schauspiel sowie Meditation ein abwechslungsreiches Programm geboten. Für regen Besucherzustrom sorgte Pietas in Deum Liebe und Treue zu Gott von Anton Cajetan Adlgasser in der Stiftskirche. Unter dem Titel Und Licht für immer leuchte ihnen ließen die Lektorin Heidemarie Soucek und der Cellist Matthias Beckmann Text, Bild und Klang zu einer Kunstform verschmelzen. Spiritualität stand auch im Romanischen Saal an oberster Stelle. In der Meditation Die Heimkehr, die durch ein Labyrinth führte, konnten die TeilnehmerInnen über ihre Wurzeln, ihren Weg und mögliche Ziele bewusst nachdenken.

Tirol: Spirituelles und kulturelles Flair zog Menschen in Bann

Für zahlreiche Einheimische und Touristen waren am Freitag, 30. Mai, Gotteshäuser der Katholiken, Protestanten und Orthodoxen in Tirol Anziehungspunkte abendlicher und nächtlicher Spaziergänge und Aufenthalte bei sommerlichen Temperaturen. Erstmals beteiligte sich Tirol an der österreichweiten „Langen Nacht der Kirchen“. 53 Kirchen (davon 24 in Innsbruck, 15 im Außerfern, 12 im Raum Lienz, je eine in Schwaz und Zirl) standen meist bis 24 Uhr offen.

In insgesamt 111 Veranstaltungen ließen sich in Tirol geschätzte 15.000 Menschen vom kulturellen und spirituellen Flair der Kirchen und kirchlicher Angebote überraschen und z. T. auch gefangen nehmen. Nicht nur Ausgefallenes, wie eine nächtliche Führung durch den Friedhof von St. Nikolaus oder die szenische Darstellung der sieben Todsünden in der Kirche St. Paulus in Innsbruck stieß auf Interesse. Auch kirchliche Schatzkammern, Bibellesungen, literarische Stunden, Tanz, Wanderungen zu Kapellen, Gespräche, kinder- und jugendspezifische Angebote, Taize-Gesänge und, sowie Lichterlabyrinthe zogen Menschen an.

Geradezu als Renner erwiesen sich qualitativ hochstehende Kirchenführungen, Orgel-, Chor- und Jugendkonzerte. Besonders erfreulich: Zu Gottesdiensten und Gebetsstunden fanden sich unerwartet viele Leute ein. Und immer wieder war zu beobachten, dass sich Einzelpersonen in stillere Ecken von Kirchen setzten, einfach um selbst still zu werden und wohl auch zu beten.

Zu später Stunde war mehrmals zu hören: „So habe ich meine Kirche noch nicht erlebt.“ Die Gotteshäuser kamen zahlreichen Besuchern als spirituelle und kulturelle Zentren neu oder verstärkt ins Bewusstsein. Damit hat nach Einschätzung der Organisatoren die „Charme-Offensive Lange Nacht der Kirchen“ ein wesentliches Ziel erreicht. Selbst die Stimmung auf den Straßen im städtischen Umfeld der Kirchen, aber auch die Stimmung in kleinen Dörfern, die mitmachten, schien irgendwie anders als sonst.

Starkes ökumenisches Zeichen

Die Lange Nacht der Kirchen war ein starkes Zeichen der Ökumene der christlichen Kirchen in Tirol. In Innsbruck und Breitenwang bildeten gemeinsame Gottesdienste im Dom bzw. in der Dekanatskirche den Auftakt. In den Dom kamen rund 500 Mitbetende. In seiner Predigt wertete Florian Huber, Propst am Dom zu St. Jakob, die Lange Nacht der Kirchen als einen Beitrag zu einer „Kultur der Wertschätzung“.

Fortsetzung im nächsten Jahr geplant

Nach Auskunft des Leiters der „Langen Nacht der Kirchen“ in Innsbruck, Propst Florian Huber, ist die Fortsetzung der Initiative in Tirol im kommenden Jahr geplant. Man werde sich bemühen, noch mehr Pfarreien und kirchliche Einrichtungen zum Mittun zu bewegen.

St. Pölten: „Kräftiges und kreatives Lebenszeichen“

Tausende Besucher bei der ersten „Langen Nacht“ in der Diözese St. Pölten

Die „Lange Nacht der Kirchen“ sei ein „kräftiges und kreatives Lebenszeichen“ der Kirche betonte Dompfarrer Norbert Burmettler beim Ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung der „Langen Nacht“ im Dom von St. Pölten. Mit über 180 Angeboten in St. Pölten und 11 weiteren Gemeinden sowie in den Stiften Melk, Herzogenburg und Lilienfeld zog die „Lange Nacht der Kirchen“ in der Diözese St. Pölten tausende Besucher an.

Ein warmer und schwüler Frühlingsabend lag über der Stadt. Doch aus seinem Inneren strahlt der Dom angenehme Kühle aus. Langsam füllen sich die Bänke, als Glockengeläute den Beginn der Langen Nacht der Kirchen ankündigten. Die zahlreichen Veranstaltungen in den Kirchen der verschiedenen christlichen Konfessionen sollte dazu beitragen „manche verkrustete Klischees der Kirche“ abzubauen, erklärte Dompfarrer Burmettler. Die „Frohen Botschaft“ werde so mit einem „neuen Outfit“ versehen. Dieses „Aggiornamento“, die „Anpassung der Kirche an die Welt“ solle dabei „in richtiger Weise verstanden“ werden, so Burmettler: „Kein Überbordwerfen von grundsätzlichen Lebenswerten, sondern Aufzeigen von wertvollen Lebensinhalten, die auf christlicher Basis beruhen.“

Die Besucher, die in St. Pölten von Kirche zu Kirche pilgern, können an diesem Abend bis Mitternacht einen kostenlosen Shuttlebus benützen

Kirche wieder neu entdecken

„Wir laden Sie ein, Kirche neu zu entdecken oder wieder zu entdecken“. Mit diesen Worten lud der evangelische Superintendent Mag. Paul Weiland am Ende des ökumenischen Gottesdienstes zum Besuch der geöffneten Kirchen ein. Dort könnten die Besucher „Lebensbegleitung und Begegnung mit Gott“ finden, wies er hin.

Auch Prof. Helmut Nausner von der methodistischen Kirche bekräftigte in seiner Ansprache die Bedeutung der ökumenischen Initiative. Die Lange Nacht der Kirchen zeige, wie es möglich sei, „gemeinsam offene und einladende Kirche zu leben“. „Wo Christen aus verschiedenen kirchlichen Traditionen bei einander diese Salz- und Lichtqualität wahrnehmen, wird Einheit erlebt“, sagte Nausner. „Wo Christen sind, wirken sie als Salz der Erde und verbreiten Licht, ein Licht der Gnade Gottes“. Als Zeichen dafür teilten die Vertreter der ökumenischen Kirchen brennende Kerzen an die Anwesenden Gläubigen und Besucher aus.

Übervoll war die Kapelle des Priesterseminars, als Weihbischof Dr. Anton Leichtfried die Glasfenster dieses gotischen Raumes erklärte. „Nicht um hinauszusehen, sondern das Licht hereinzulassen und einen Vorgeschmack auf das himmlische Jerusalem zu geben“, seien Glasfenster der gotischen Kirchen einst geschaffen. Umrahmt wurden seine Worte von Mag. Johann Kreuzpointner auf der Orgel.

„Ehrfurcht und Staunen vor der Schöpfung“

„Wir werden heute systematisch aus dem Paradies der Schöpfung vertrieben“, sagte Probst Mag. Maximilan Fürnsinn bei der Eröffnung einer Bilderausstellung zum Thema „Die Schöpfung“ im Pfarrzentrum St. Stephan in Herzogenburg. Der Mensch sei zum Maß aller Dinge geworden, die „Spuren Gottes in der Schöpfung“ würden nicht mehr wahrgenommen, meinte Fürnsinn. Daher brauche es wieder „Ehrfurcht und Staunen vor der Schöpfung“. Durch eine „fundamental utilitaristische Haltung“ sei der Lebensraum des Menschen heute bedroht, so Fürnsinn. Es gelte zu einer „vertieften Sicht der Schöpfung“ als „Leib Gottes“ und zu einer „Schöpfungsdankbarkeit“ zurückzukehren, erklärte Fürnsinn.

Den Bilderzyklus der „etwas anderen, abstrakten Schöpfungsgeschichte“ schuf die Herzogenburger Künstlerin Christine Huber. Die Ausstellung ist noch bis 30. Juni zu besichtigen. Zum Thema der Ausstellung hält Mag. Anton Kalkbrenner, Bibelreferent der Erzdiözese Wien, am 3. Juni einen Vortrag über biblische Grundelemente der Schöpfungsverantwortung.

Betroffenheit in der Domkirche, als Zariza Primorac, 1992 aus Bosnien geflohen, über die Flucht aus ihrem Heimatland erzählte, über ihre Leiden, aber auch ihre Erlebnisse mit Menschen in Österreich, die ihr wieder Mut und Hoffnung gaben.

Shuhuri Abdul Habib, ein ehemaliger Polizist aus Kabul in Afghanistan musste 1999 ebenfalls fliehen. Heute sei er glücklich, in Österreich zu sein, sagte er. Seine Familie und Geschwister leben in der Welt verstreut, im Irak, in Peshawar, in der Ukraine, in Pakistan und in Kanada.

Aus seinen Werken „Schau oba Voda“ und „Da neiche Evangelimau““ las der St. Pöltner Künstler Prof.Martin Seitz. In seinen Mundartversen nahm er das Verhalten so mancher Christen aufs Korn und im Dom zeigte sich auf vielen Gesichtern ein Schmunzeln, aber auch nachdenkliches Schweigen.

9 Angebote speziell für Kinder wurden von insgesamt über 100 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht.. In Statterdorf erkundeten Kinder die Kirche mit allen Sinnen durch Schauen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken, in Viehofen bei einer „Kirchenrallye“, im Dom,in der Franziskanerkirche und in Pottenbrunn bei eigenen Kinderführungen. In Maria Lourdes wurden im Vorfeld der Europameisterschaft Fußbälle selbst genäht und Informationen über die Ursprungsländer der verschiedenen Materialien gesammelt. Musikalisches für Kinder gab es bei einem „Mitmah-Konzert“ in der Pfarrkirche Wagram und bei einem Trommelworkshop in Maria Lourdes.

Eine laue Nacht war bereits über St. Pölten hereingebrochen. Zahlreiche Menschen wanderten durch die Straßen, manche in die weit offen stehenden Lokale und Gaststätten, viele aber mit dem Programmheftchen der Langen Nacht der Kirchen von Kirche zu Kirche. Dort empfing sie immer wieder Neues und an diesen Orten oft Ungewohntes.

So drangen elektronisch anmutende Klänge aus der evangelischen Heilandskirche auf die Promenade. Düster und in wechselnd farbiges Licht getaucht das Innere. Die Klänge aus dem Synthesizer, unterbrochen durch Verse aus den Psalmen oder den Sprüchen Salomos, dazu die Kirche in Blau, Grün und Rot getaucht. Still und andächtig Menschen jeden Alters in den Bänken. So viele, wie oft an Sonntagen nicht. Fahnen hängen von der Decke: „1873 – 17 Personen gründen die Gemeinde, 1892 – 170 Personen bauen die Kirche, 1900 – 700 Personen gründen die eigenständige Pfarrgemeinde“.

Jazzklänge der „deeply moved“-Band locken die Menschen in die ehemalige Bürgerspitalskirche. Der Altkatholische Pfarrer Robert Freihsl gestaltet dazwischen sein Kabarettprogramm und provoziert mit so mancher Spitze über Bürokratie und Demokratie in der Kirche, aber auch über das Tabuthema Sexualität nicht nur verhaltenes Kichern, sondern lautes Lachen.

Trost und Zuspruch gabe es am späten Abend für die Leidenden und Kranken in der Kapelle des Landesklinikums St. Pölten. Texte und Musik zum Thema „Kommt alle zu mir, die ihr schwere Lasten zu tragen habt“ führten zu einem Segensritual und zur Spendung des Sakramentes der Krankensalbung.

In der Millenniumskirche von Stattersdorf, der jüngsten Kirche der Diözese, endete gegen Mitternacht die Lange Nacht der Kirchen mit den mystischen Düften des Weihrauchs. „Wir wollen diese Düfte neu entdecken, die die Kirche schon seit jahrhunderten pflegt“, sagt Pfarrer Ernst Bergmann. 15 verschiedene Weihrauchdüfte zogen durch die Kirche und luden die Anwesenden ein, sie zu schnuppern. Der Duft des Weihrauchs, einst auch „Tränen der Götter“ genannt, soll sich auf die Stimmung der Menschen positiv auswirken.

Kärnten: Erfolgreiche „Lange Nacht der Kirchen“ mit rund 12.000 BesucherInnen

Bischof Schwarz: Große Offenheit und Bereitschaft zum Gespräch erlebt

 Erfolgreiche Zwischenbilanz für die heuer erstmals österreichweit durchgeführte ökumenische „Lange Nacht der Kirchen“: Ersten Schätzungen zufolge besuchten in Kärnten rund 12.000 Interessierte das vielseitige und abwechslungsreiche Programm an den insgesamt 39 Standorten – davon 33 katholische Kirchen – in Klagenfurt, Villach, St.Veit/Glan, Maria Saal, Feldkirchen, Feistritz/Drau, Friesach, Gurk, Völkermarkt, Wolfsberg und Millstatt.

 Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz, der nach der offiziellen Eröffnung der „Langen Nacht der Kirchen“ im Klagenfurter Dom und der Teilnahme an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Sport und Glaube“ mehrere Kirchen besuchte, zeigt sich wiederum sehr angetan von der positiven Stimmung. „Ich habe beim Besuch der Kirchen bei den Menschen große Offenheit und Bereitschaft zum Gespräch und zur Begegnung erlebt“, so Bischof Schwarz. Durch Projekte wie der „Langen Nacht der Kirchen“ werde die Rolle der Kirchen „als Orte der Begegnung, Stätten der Einladung und der Gastfreundschaft“ verstärkt in den Mittelpunkt gerückt, betont der Kärntner Bischof. „Die „Lange Nacht der Kirchen“ ermöglicht den Menschen verschiedene Blickwinkel auf die Gotteshäuser und erschließt neue Perspektiven und Einblicke, um die reichhaltigen Schätze der Kärntner Kirchen neu zu entdecken“, so Bischof Schwarz.

Auch Eva-Maria Wernig, Projektleiterin der „Langen Nacht der Kirchen“, zeigte sich sehr erfreut über den großen Erfolg der „Langen Nacht“: „Die Vielfalt der einzelnen Kirchen ist so außergewöhnlich bunt und kreativ, dass die Stimmung unter den BesucherInnen aber auch von den Priestern und MitarbeiterInnen ganz großartig war“, so Wernig.

 Zu den Höhepunkten der „Langen Nacht der Kirchen“ zählte mit Blick auf die bevorstehende Europameisterschaft 2008 ein Vortrag von Prof. Wendelin Schmidt-Dengler zum Thema „Mit Leib und Seele….Fußball und Religion – ein weites Feld“ mit anschließender Podiumsdiskussion mit Bischof Schwarz, Superintendent Mag. Manfred Sauer, Schriftsteller Egyd Gstättner und dem ehemaligen Fußballnationalspieler Walter Ludescher unter der Moderation von ORF-Redakteur Andreas Blasnig in der evangelischen Johanneskirche in Klagenfurt.

Besonderes Interesse weckten unter anderem auch der Dialog von Bischofsvikar Dr. Olaf Colerus-Geldern und KTZ-Kulturredakteuer Bertram Karl Steiner zum Thema „Was uns heilig ist“ im Klagenfurter Dom, die Diskussionsrunde mit LHStv. Dr. Gaby Schaunig in der „Frauen-Kirche“ in Ebenthal, die Turmbesteigungen zur größten Glocke Kärntens in Maria Saal und der Themenschwerpunkt „Kirche – mit allen Sinnen“ im Gurker Dom. Als musikalische Highlights seien exemplarisch das „Barocke Feuerwerk fürs Ohr“ der Dommusik im Klagenfurter Dom, das Konzert der Heli-Family in der „Gospel-Kirche“ (evangelischen Christuskirche in Klagenfurt) und das Hammond-Jazz-Konzert im Pfarrgarten der „Jazz-Kirche“ Klagenfurt-St. Theresia besonders erwähnt. Mit der „young church“ in der Heiligengeistkirche in Klagenfurt, in den Kirchen in Villach-St. Niklolai, Feldkirchen, Feistritz/Drau, Völkermarkt, Wolfsberg und Friesach wurde ein großer Jugendschwerpunkt gesetzt.

Die 39 Standorte in Kärnten boten unter jeweils einem bestimmten Themenschwerpunkt ein buntes Programm, das von außergewöhnlichen Kirchenführungen, über Konzerte, Meditationen und Gebete, bis hin zu Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und Diskussionsabenden reichte. Themenschwerpunkte waren beispielsweise „Sakral-Raum-Kirche“ (Dom Klagenfurt), „Franz-Jägerstätter-Kirche“ (Klagenfurt St. Hemma), „Kirche in Bewegung“ (Dom Maria Saal), „Pilger-Kirche“ (Villach St. Jakob), „Kinderkirche“ (Villach St. Josef) oder „Junge Kirche“ (Heiligenblutkirche Friesach). Österreichweit boten 568 Kirchen rund 2.800 Programmpunkte an.

Burgenland: Überraschend gut angenommen

Im Burgenland war Pastoralamtsleiter Johann Haider vom Erfolg der Langen Nacht überrascht: "Es ist überraschend gut angenommen. Am heutigen Abend haben 40 Kirchen (34 katholische und 6 evangelische) ihre Türen geöffnet. Die Zuspruch ist über den Erwartungen hoch", so der Pastoralamtsleiter, der für die "Lange Nacht" im Burgenland verantwortlich ist. Insgesamt kamen um die 14.000 Besucher zu den etwa 180 Veranstaltungen.

Vorarlberg: architektonisch, kulturell, spirituell

Jetzt ist sie da, die Lange Nacht der Kirchen. Heute von 18 bis 1 Uhr öffnen 70 Veranstaltungsort in ganz Vorarlberg ihre Pforten zu einer besonderen Begegnung mit Kirchenräumen. Erstmals wird dieses ökumenische Projekt österreichweit durchgeführt. In allen Regionen Vorarlbergs beteiligen sich die Katholische, Evangelische und Orthodoxe Kirche mit mehr als 200 Programmpunkten an der sieben Stunden dauernden Aktion.

Aus allen Teilen des Landes gibt es bereits Rückmeldungen. Projektleiter Mag. Herbert Nussbaumer vom Pastoralamt der Diözese Feldkirch ist erfreut über das große Interesse an der Langen Nacht der Kirchen: "Wir haben bereits Rückmeldungen von vielen Veranstaltungsorten erhalten. Der Besuch ist insgesamt sehr gut, viele Veranstalter sind überrascht über den großen Zulauf. In Vorarberg werden schätzungsweise mehr als 20.000 Menschen die Lange Nacht der Kirchen besuchen. Bei manchen Veranstaltungen, wie etwa jetzt gerade bei der Rockmesse in Dornbirn-Rohrbach, kommen bis zu 450 Leute."

„Die langen Nacht der Kirchen bietet eine wunderbare Gelegenheit, alle Menschen einzuladen, diese Kirchenräume, diese altvertrauten Räume im Licht der Nacht, in einem anderen Licht neu zu entdecken und sich auch von dem vielfältigen Programm, dass in diesen Räumen heute begegnet, berühren zu lassen “, sagte Pastoralamtsleiter Dr. Walter Schmolly beim Live-Einstieg in Vorarlberg-Heute kurz nach 19 Uhr, „Es gibt einen schönen Satz, dass nämlich das Urwort von Religion 'Unterbrechung' ist. Diese Unterbrechung hat natürlich in der Nacht einen guten Ort-, die Athmosphäre der Nacht, das Licht der Nacht, die Stille der Nacht, die Geborgenheit der Nacht. Dieser große Schatz, den die Kirchenräume in diesem Land darstellen - architektonisch, kulturell, spirituell - der fühlt sich in der Nacht noch einmal anders an."

(red)



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