Diözese Linz - Aktuelles
Lichtprojektion taucht Dom in neues Licht
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Eine einzigartige Lichtinstallation lässt Sie den Dom auf vollkommen neue Weise wahrnehmen.

"Himmelskleid"

In einem einzigartigen Projekt bekleiden die international renommierten LichtkünstlerInnen Friedrich Förster und Sabine Weissinger die Wände und das Gewölbe des Domes mit Projektionen.

Am Freitag, 27.05.2011 sind diese Lichtprojektionen von 20.00 bis 23.00 Uhr im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen zu sehen. Eine bewegte Innenraum-Installation, musikalisch interpretiert von Wolfgang Kreuzhuber, gibt es von 22.00 - 23.00 Uhr. EINTRITT FREI

Am Samstag, 28.05.2011 wird die Lichtinstallation von 21.00 - 24.00 Uhr geboten. Musikalische Interpretation durch die bekannten Organisten Wolfgang Kreuzhuber, Heinrich Reknagel und Rudolf Jungwirth. Eintritt: € 7,-

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CASA MAGICA -­ Friedrich Foerster und Sabine Weissinger

„Himmelskleid“

Lichtprojektion im Mariendom, Linz/Austria

Das „Bekleidungswesen der ältesten Baukunst“ hatte es Gottfried Semper, einem einflussreichen Theoretiker der Neogotik im 19. Jahrhundert angetan: Den Ursprung der Wand sah er in Textilien, in Teppichen und Behängen, deren Farbigkeit war ihm die historische Begründung für Polychromie in der Architektur. Der neue Linzer Dom blieb einem kargen Verständnis von Materialgerechtigkeit verpflichtet, trocken nannte Gurlitt den Stil, den der Dombaumeister Vincenz Statz vom Rhein an die Donau versetzte. Wie in den neu errichteten Teilen des Kölner Domes blieben auch in Linz Wände und Gewölbe des Lang-­ und Querhauses „unbekleidet“.

Temporär, im flüchtigen Medium der Lichtprojektion, schufen Förster und Weißinger 2004 eine grundlegende Veränderung dieser Situation im Kölner Dom; nun werden sie sich des Linzer Mariendomes annehmen. Spezifisch für diesen Ort lassen sie sich dabei von einer kreativen Umkehrung der Semper’schen Theorie anregen und wählen eine Textilie als wesentliches Ausgangmaterial ihrer Bilderfindung. Es handelt sich dabei um eine Nadelmalerei aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, eine Mariendarstellung auf einem Kaselkreuz.* Ausschnitte und Details dieses Bildes knäueln, zerfasern, formieren und reorganisieren sich in einer Folge von Erscheinungen am Linzer Domhimmel.
Während die Kaseldekoration der für die religiöse Kunst des 19. Jahrhunderts  typischen Darstellungsform des Himmelspersonals verpflichtet ist, verflechten sich Nahsichten und Elemente in der Arbeit von CASA MAGICA zu formalen Strukturen und Kompositionen mit Anklängen an die Bildhintergründe der gotischen Malerei im  Übergang von ornamentierten Goldgründen zu Ausblicken auf heimische Landschaft, Himmel und Wetter.


Die symmetrisch vom Vierungskreuz ausgehende Projektion bekleidet den Innenraum vom Sockel bis hinauf in die Gewölbe. Je nach Standort des Betrachters bleibt die Architektur mehr oder weniger als formales Bildelement präsent. Die Projektion wird zeitweilig statisch sein, ist jedoch im Wesentlichen auf Bewegung angelegt. Dabei streift ein bildliches Kontinuum in horizontaler Richtung und modulierter  Geschwindigkeit über das Mauerwerk.
An beiden Abenden werden Durchläufe von 10 bis 20 Minuten Länge von improvisierenden Organisten musikalisch interpretiert.

Ein äußerer projizierter Hinweis auf das Ereignis im Innenraum beleuchtet am Abend  den Querschiffgiebel am Domplatz.


* Kasel von Bischof Dr. Wilhelm Reiser, Leihgabe der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt Egesheim an das Diözesanmuseum Rottenburg. Dank gilt dem Diözesanmuseum  Rottenburg, das uns die Gelegenheit zu ausgiebigen Fotoaufnahmen einräumte.


Kontakt:
CASA MAGICA, Friedrich Foerster, Sabine Weissinger,
Aixer Strasse 74, D–72072 Tuebingen
mail@casamagica.de,
www.casamagica.de

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(red)



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