Mit zunehmender Ausbreitung des christlichen Glaubens führten im Lauf der Jahrhunderte historische Einflüsse und unterschiedliche Verständnisweisen der »heiligen Überlieferung« zur Ausprägung getrennter Kirchen, die dennoch in der einen Taufe Jesu Christi verbunden sind.
Nach den ersten drei ökumenischen Konzilien gingen Anfang des 5. Jahrhunderts einige, heute als »orientalisch-orthodoxe Kirchen« bezeichnete, lokal orientierte Christen eigene Wege.
1054 kam es zu bis heute nicht vollständig überwundenen Differenzen, die dazu führten, dass sich die Wege der westlich-lateinischen Kirche mit dem Papst als Oberhaupt und der griechisch-byzantinischen Kirche trennten. Als Anfang des 16. Jahrhunderts die Reformbestrebungen Martin Luthers und seiner Anhänger zurückgewiesen wurden, kam es unter dem Begriff der »Reformation« dazu, dass die römisch-katholische Kirche und die reformierten, lutherischen und anglikanischen Kirchen getrennte Wege beschritten. Die Altkatholische Kirche ist aus der innerkatholischen Opposition gegen die Dogmatisierung der Unfehlbarkeit und der Allgewalt (Jurisdiktionsprimat) des Papstes nach dem 1. Vatikanischen Konzil 1870/71 hervorgegangen.
Heute ist das Christentum die größte der fünf Weltreligionen. In Wien
leben über 900.000 Christen. Die christlichen Kirchen lassen sich ganz
vereinfacht in Katholische, Orthodoxe und Evangelische Kirchen unterteilen.
Ihre Vertreter sind im »Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich« in
ständigem Gespräch miteinander auf der Suche nach gemeinsamen Wegen, die
Heilsbotschaft Jesu in der heutigen Zeit zu verkünden und zu verwirklichen.
Darüber hinaus gibt es auch einige Freikirchen.
(red)